Kambodscha

Kambodscha

11.07-28.07

SIHANOUKVILLE & KOH RONG

(11.7-18.7)

 

An was denkt Ihr wenn Ihr den Namen Kambodscha hört?!

Vielleicht an mystische heilige Orte und die mit Freude lächelnden Einheimischen oder doch an die traumhaften einsamen Inseln, oder eher an ein Land welches aufgrund seiner Landesgeschichte von so vielen extremen Gegensätzlichkeiten geprägt ist. Kulturell gesehen und was die Geschichte so schreibt ist Kambodscha in jeder Hinsicht ein Brett, um es zu bereisen. Sicherlich steckt der Tourismus hier noch in den Kinderschuhen, aber genau das macht es ja auch aus. Es fühlt sich noch „Echt“ an! Aber auch hier spürt man bereits das sich in den kommenden Jahren bereits vieles verändert haben wird. Die Zeit vergeht und die Orte an die man vielleicht zurückkehrt werden nicht mehr so sein, wie man sie in Erinnerung hatte. Wenn man das Wort „Zeit“ auf unsere Reise projiziert sind wir „schon“ in Kambodscha und dem damit 7. von insgesamt 9 Ländern.

Mal schauen, was wir die kommenden Wochen so zum Besten geben werden. Im Programm für die erste Woche haben wir: Gedanken und Erfahrungen beim Grenzübergang und ganz langweilige Tage an einem Strand, auf einer kleinen süßen Insel mit glasklarem Wasser Namens Koh Rong. Nebendarsteller sind die kleine aufgeweckte Französin Julie und der Kanadische gitarrenspielende Reisefreund Jeff.

Vorweg möchte ich sagen, dass wir uns dieses Mal bewusst gegen eine Einreise per Flieger entschieden haben. Wieso? Die Antwort liegt auf der Hand, die beiden Länder Vietnam und Kambodscha grenzen aneinander so dass man sehr entspannt und verhältnismäßig günstig die Einreise per Land in Angriff nehmen kann. Noch viel wichtiger, es war das erste Mal und wir haben wieder eine neue Erfahrungen gemacht. An sich ist ein Grenzübertritt nicht wirklich spektakulär, aber wie das organisiert wurde, da wundert man sich doch ein wenig und gerät ins Grübeln wie, warum und überhaupt. Ich hatte kurz das Gefühl, man befindet sich in mitten einer Schlepperbande, die dafür bezahlt wurde einen über die Grenze zu bringen. Natürlich wurde auf dem Weg von Vietnam nach Kambodscha 3 Mal das Auto gewechselt, sowie 2 Fahrten auf dem Moped gemacht und zum Schluss sind wir dann zu Fuß, bei strömenden Regen über die Grenze gelaufen, um unser Visa abzuholen. Oh wow, es stand wieder ein Bus da, der schon sehnsüchtig auf uns wartete, da wir dem Zeitplan ein wenig hinterher hinkten. Die Rucksäcke schnell rein gedonnert in den Van und weiter ging es, wir waren ja noch nicht angekommen an unserem ersten Ziel. Auf dem Weg nach Sihanoukville stiegen noch Julie und Jeff (JJ) hinzu. Wir verstanden uns auf anhieb und checkten gemeinsam in ein Hostel ein, wo wir noch auf einen Kumpel von Jeff warteten. Der Abend verging rasend schnell. Wir hatten eine Menge Spaß zusammen. Was aber noch nicht alles gewesen sein sollte. Rabea und ich verabschiedeten uns erstmal von der Gruppe, für ein paar Tage an den Strand in Sihanoukville ( Otres Beach 1 &2). Wir genossen die Zeit so richtig. Was Euch vielleicht komisch vorkommen mag, aber ja wir waren müde von den letzten beiden Monaten reisen, dass immer nur kurz an einem Ort zu sein, schlecht zu schlafen oder den Rucksack immer wieder ein und auszupacken. Damit war erstmal Schluss! Wir schliefen sehr ausgiebig und machten Nachmittags ausgedehnte Spaziergänge am Strand entlang. Es war der richtige Einstieg für die Insel.

Koh Rong gilt noch als echter Geheimtipp. Schneeweiße Strände, glasklares Wasser, Obst in zahlreicher Auswahl und ganz wichtig kein Lärm, keine Abgase. Eine Siedlung, wo es kein motorisiertes Fahrzeug zu fahren gibt, außer den paar Fischerbooten. Die Bars, Restaurant, Hostel oder Guesthouses waren direkt am Strand nebeneinander gereiht. Wir hatten uns einen wunderschönen Bungalow mit klasse Ausblick etwas oberhalb gesichert. Der Tipp kam von Julie, denn die waren plötzlich unsere Nachbarn :-). Wir verbrachten mal immer wieder die Zeit mit Ihnen. Jeff hatte immer seine Gitarre dabei und zog sie bei jeder Gelegenheit heraus um zu spielen. Gesanglich wurde er von Julie unterstützt (Gesang auf Französisch kann so schön sein) ein sehr entspanntes Reisduo. Einen Tag ging es mit dem Boot etwas auf Erkundungstour um die Insel, einen anderen Tag verbrachten wir einfach am Strand und in unserem Lieblingsplatz, dem Bungalow. Es war einfach herrlich dort zu sitzen und jeden Tag diesen Ausblick auf das Meer zu genießen :) Man war so glücklich!

Heute morgen war es dann soweit, wir mussten unseren lieb gewonnen Bungalow räumen und uns dann verabschieden von dem Paradies, welches auch hier in Kambodscha existiert. Wer hätte es gedacht, wir kommen bestimmt wieder in der Hoffnung, dass dieser Ort nicht für kommerzielle, Luxus verwöhnte Touristen in naher Zukunft missbraucht wird.

Morgen früh (19.07) geht unsere Bus nach Phnom Penh die Hauptstadt Kambodschas, um mehr über das schlimme Schicksal welches dieses Landes erfahren musste zu lernen.

 

PHNOM PENH & BATTAMBANG

(19.07-22.07)

 

Guten Morgen nach Deutschland oder "aroun suostei" in der Khmer Sprache.

 

Wie euch vielleicht aufgefallen ist, haben wir die Anzahl der Länder in Asien etwas verkleinert. Nach langem überlegen haben wir uns dazu entschlossen Myanmar auszulassen. Traurig aber wahr. Die Zeit wird einfach zu knapp, denn für die, die es noch nicht wissen unser Flug geht am 13.10.2016 wieder nach Deutschland!!! Wir haben tatsächlich schon gebucht… und aus diesem Grund wollen wir lieber die Länder, die wir noch vor uns haben länger bereisen als jedes Land nur 2-3 Wochen. Myanmar ist also auf unserer nächsten Asienreise auf jeden Fall ganz oben auf der Liste!!! Nach diesem kurzen allgemeinen Update komme ich nun wieder aufs hier und jetzt in Kambodscha zurück ;)

 

Wie angekündigt ging es in die Hauptstadt Phnom Penh. Zwei Tage blieben wir in dieser Stadt und setzten uns gründlich mit der Geschichte Kambodschas auseinander. Wir buchten uns für einen ganzen Tag ein Tuk Tuk und fuhren als erstes Richtung "killing fields". Dies ist ein Ort, wo Millionen (schätzungsweise 1,7-2,2 Millionen) Kambodschaner von den roten Khmern zwischen 1975-1979 unter der Führung von Pol Pot gefoltert und getötet wurden. Vor allem Ärzte, Lehrer, Politiker, Mönche und muslimische Minderheiten sollten ausgerottet werden, da es Pol Pots Ziel war eine „perfekte Revolution“ zu erschaffen. Man nannte diese Zeit auch Steinzeitkommunismus.

Die Vorstellung, dass so viele Menschen vom eigenen Volk gefoltert und getötet wurden ist einfach nur schrecklich. Wir wurden mit einem Audiogerät über dieses Killing field geführt und haben an den einzelnen Stationen Informationen zu dieser schrecklichen Zeit erfahren. Man war einige Male den Tränen sehr nahe und es lief einem ein kalter Schauer über den Rücken. Kaum einer redete an diesem Ort und alle waren sehr ernst. Ein wirklich trauriger Ort und gerade deswegen sehr wichtig zu besuchen.

Wer mehr Informationen haben möchte klickt auf:

 

 

Nach diesem Besuch brauchten wir erstmal einen Moment, um uns wieder zu sammeln, denn es ging danach direkt weiter zu dem S 21 Gefängnis, hier wurden die Menschen vorher verhört und gefoltert, bevor sie zu den sogenannten Killing fields gebracht wurden. Dieses Gefängnis war damals eigentlich eine alte Schule und wurde zu einem Gefängnis umfunktioniert. Die Zellen waren gerade mal 1 Quadratmeter groß und die Verhörräume waren mit einem Metallbett und Folterinstrumenten ausgestattet. Man konnte nur erahnen, was hier damals geschehen sein muss.

 

Wir waren nach diesem 6 Std. Geschichte erstmal am Ende und es war für diesen Tag nichts mehr geplant. Es reichte, wir mussten diesen Teil der Geschichte erstmal sacken lassen und somit fuhren wir ins Hotel.

Phnom Penh an sich ist in unseren Augen keine besonders attraktive Stadt aber auch nicht hässlich. Es ist schön Abends am Fluss entlang zu schlendern, denn es ist an der Promenade alles schön beleuchtet und viele Einheimische treffen sich dort, um den Abend miteinander zu verbringen!

Für uns ging es am nächsten Tag aber nun schon weiter. 7 Std Busfahrt nach Battambang!

Diese kleine süße Stadt ist die drittgrößte Stadt in Kambodscha mit 180.000 Einwohnern. Die Stadt an sich hat eigentlich nicht viel zu bieten, doch Abends verwandeln sich die Straßen um den Fluss herum, überall sind schöne Essensstände, Verkaufsstände etc. aufgebaut. Es ist wirklich schön dort.

Die Gegend um Battambang herum sollte einiges mehr zu bieten haben, deshalb mieteten wir uns für einen halben Tag einen super netten und aufgeschlossenen Tuk Tuk Fahrer, der sehr gut Englisch gesprochen hat. Erste Station war der berühmte Bamboo Train. Da die alten Zugschienen nicht mehr für den normalen Gebrauch geeignet waren haben sich die Einheimischen überlegt einfach aus Bambus ein Brett zu bauen, einen alten Bootsmotor drauf zu montieren, Rollen unters Brett zu legen und los geht die Fahrt in einem Affenzahn, Bis zu 30 km/h an einigen Stellen. Es hat riesig viel Spaß gemacht und aus diesem Grund finden viele Touristen gefallen daran. Wenn also Gegenverkehr kam (was oft der Fall war) musste das Brett samt Rollen von den Schienen genommen werden und der Gegenverkehr konnte durchfahren :D sehr abenteuerlich. Nach dieser Fahrt ging es hoch hinaus, auf einen Berg, wo verschiedene Tempel zu bewundern waren, hier hatten wir ein sehr schönes Gespräch mit einem Mönch, der in diesen Tempeln lebt. Wieder unten sollte gegen 18:00 Uhr die Fledermaus Show losgehen ;) Es tummeln sich 5-7 Millionen Fledermäuse in eine Höhle in dem Berg, und zwischen 18-19 Uhr fliegen diese Millionen Fledermäuse geordnet aus der Höhle, der ganze Himmel ist schwarz und dieses Spektakel dauert ca 30 min. Ein faszinierender Anblick!!

Es war ein wirklich toller Tag mit einem perfekten Abschluss auf dem Markt Abends. wo wir unser neues Lieblingsgemüse „Morning Glory“ (Wasserspinat) aßen.

 

Nun sitzen wir schon in der nächste und somit auch der letzten Stadt für uns in Kambodschas Siem Reap. Der wohl bekannteste Touristenort in ganz Kambodscha, denn nicht weit von hier stehen die größten Tempelanalen der Welt, Angkor Wat. Hier werden wir uns ein 3-Tagesticket kaufen, um in Ruhe möglichst viele Tempel anzuschauen. Wir freuen uns!!!

ANGKOR WAT & SIEM REAP

(23.07-28.07)

 

 

Das schöne an asiatischen Ländern ist, wenn man sie bereist hat man extrem viel Auswahl an kulturellen Möglichkeiten. Kambodscha bietet aufgrund der Geschichte und deren Geschehnisse jede Menge davon. Ihr habt ja in unserem letzten Bericht schon einiges über diese Art Geschehnisse in jüngster Geschichte erfahren können. Dieses Mal nehmen wir Euch mit auf eine Reise quer durch die mystischen Tempelanlagen von Angkor Wat.

Was man zur Region Angkor sagen kann, sie ist ein etwa 200 Quadratkilometer großes Areal und liegt nördlich der Stadt Siem Reap in Kambodscha. Sie bildete vom 8. bis 13. Jahrhundert das Zentrum vom Königreich Kambaju der Khmer. Während der Blütezeit lebten etwa eine Millionen Menschen in Angkor und es wurden stetig neue Städte mit großen Tempelanlagen gebaut.

Im Rahmen von Ausgrabungen konnten bisher etwa 1000 Tempel und Heiligtümer gefunden werden. Der bekannteste und am meisten besuchte Tempel ist Angkor Wat, der auch gleichzeitig das größte religiöse Bauwerk der Erde ist. Wir werden es uns verkneifen, euch zu jedem Tempel detaillierte Informationen zu liefern. Wir wollen ja nicht das es euch zu langweilig wird und außerdem könnt Ihr ja selber auch ein bisschen recherchieren, für diejenigen die es interessiert.

Die Stadt Siem Reap ist an sich geprägt durch den Tourismus. Menschen aus aller Welt strömen jährlich in die Stadt, um die Tempelanlagen zu bewundern. Viele Reisende wie wir verbringen dadurch mehrere Tage in Siem Reap. Da man nicht wegen der Reizüberflutung von früh bis Abends in der Tempelanlage sein kann, schiebt man noch ein bis zwei Tage ein, um andere interessante Dinge zu erleben oder um einfach den Trubel in Siem Reap auf sich wirken zu lassen, wie wir das tun. Siem Reap bietet jede Menge, vom guten Essen über Bars und einem jeden Abend stattfindenden Nachtmarkt, der übrigens wunderschön ist. Unsere erste Erkundungstour begann mit dem aufstehen um 3:45 Uhr, da uns unserer Tuk Tuk Fahrer Mr. Seng uns bereits um 4:15 Uhr vor der Tür abholte. Warum so früh fragt Ihr euch sicherlich? Es gibt mehrere Gründe die dafür sprechen so früh wie möglich in Angkor zu sein. Zu einem ist der Sonnenaufgang legendär. Ein unglaublich schönes Bild, wenn die Sonne über Angkor Wat aufgeht und zum anderen werden die Temperaturen gegen die Mittagszeit so unausstehlich, dass man nicht mehr weiter möchte. Es gibt in Angkor 2 verschiedene Runden die kleine (small circuit) und große (grand circuit) . Ich muss schon sagen das ich eine sehr schlaue und pfiffige Freundin habe. Sie war nämlich so schlau und sagte zu mir “Micha, wir beginnen einfach entgegen gesetzt!" Das war wirklich das allerbeste, denn so entkamen wir den ganzen Massen und hatten die meisten Tempel für uns ganz alleine :-). So konnten wir in aller Ruhe die Tempelanlagen erkunden. Unser Tuk Tuk Fahrer Mr. Seng wartete immer geduldig auf uns und konnte währenddessen noch ein Nickerchen halten.

Am ersten Tag begannen wir also mit dem „small circuit“, enthalten in dieser Runde waren folgende Tempel: Ta Prohm , Bantey Koei, Ta Keo, Angkor Thom und der Baron Tempel. Wir waren sehr fleißig und brauchten etwa 7-8 Stunden für diese ganzen Tempel. Wir waren begeistert, eigentlich ist begeistert gar kein Ausdruck, es war unglaublich schön und faszinierend vor und in diesen verschiedenen Tempeln zu stehen. Man fühlte sich zwischen diesen Massen an Gestein so klein und es viel schwer sich vorzustellen wie viel Arbeit in diesen wunderschönen Tempeln gesteckt haben muss! Noch unglaublicher ist es, dass diese sich bis heute gehalten haben. Mutternatur hat auf jeden Fall ihren Beitrag geleistet. Einige Tempel sind komplett von Moos, riesigen Bäumen und deren Wurzeln befallen, was die Tempel noch mystischer und spannender aussehen lässt (bekanntester dafür ist der Ta Prohm) .

Voll mit Eindrücken hat es für den ersten Tag erstmal gereicht. Völlig übermüdet haben wir ein ausgiebigen Mittagsschlaf gehalten :D. An Tag zwei war nun also der „grand circuit“ dran und wir mussten zum Glück erst um 6:00 Uhr aufstehen!!! An diesem Tag waren folgende Tempel dran: Pre Rup, East Mebon, Preah Kanh und natürlich Angkor Wat. Die Emotionen an diesem Tag waren ähnlich wie vom ersten, wir waren erschlagen von der Gewalt der Tempel. Wir legten in diesen zwei tagen etliche Kilometer hinter uns zurück, doch man merkte dies kaum, da der Kopf immer in Bewegung war. Es gab immer was neues zu entdecken und zu sehen. Es war genau die richtige Entscheidung, dass wir so früh gestartet sind, da es gegen Mittag immer unausstehlich heiß wurde und es schwer viel noch weite Stecken hinter sich zu bringen. Also war auch am zweiten Tag gegen 12:30/13:00 Uhr Schluss.

 

Fazit von diesem Ausflug: es lohnt sich! Jeder der Kambodscha einmal bereisen möchte MUSS sich die Tempelanlagen von Angkor auf jeden Fall ansehen. Aber unserer Meinung nicht nur die beiden größten ( Angkor Wat und Angkor Thom) sondern auch die kleineren, denn diese haben oftmals noch einen anderen Charme.

Tag 1 - small circuit: Ta Prohm - Banteay Koei - Ta Keo - Angkor Thom - Bayon

Tag 2 - grand circuit: Pre Rup - East Mebon - Preah Kanh - Angkor Wat