Ende

ENDE

10.10-20.10

Ich habe mich lange davor gedrückt den letzten Beitrag unserer Reise zu schreiben. Mittlerweile angekommen in dem verregneten Deutschland, sitzte ich gerade im Zug auf dem Weg zu meinen Eltern. So richtig können wir es doch noch gar nicht glauben, dass unsere wundervolle Reise vorbei sein soll. Wir fragen uns, was machen wir hier eigentlich? Wir wissen doch beide, dass wir in die weite Welt gehören. Irgendwie fühlt sich das hier nicht richtig an aber auch nicht falsch, man fühlt sich wie gefangen zwischen zwei verschieden Welten. Aber zu unserer Gefühlsduselei und das, was in unseren Köpfen so vor sich geht, dazu komme ich später nochmal zurück. Erst einmal spulen wir einfach zurück, zu dem Moment als wir unsere Sachen zusammen packten und das wunderschöne Inselleben eintauschen werden gegen knallharte Realität. Bevor wir aber unsere Füße auf die Fähre in Richtung Festland nehmen sollten, haben wir am Pier noch meine Fäden in der Hand gezogen. :D

Wir hatten uns dieses mal für die Option Zug entschieden, dass war noch das einzige Verkehrsmittel, welches wir auf der gesamten Reise noch nicht genutzt hatten. So sollte es sein, wir erreichten den Bahnhof in Surat Thani relativ pünktlich ( 5 Stunden vor Abfahrt) also genügend Zeit. Wir hofften, dass die Zeit irgendwie schnell vergehen würde, Stunde um Stunde verging und als es endlich soweit sein sollte, war es doch nicht soweit, denn die thailändische Bahn, hat Ähnlichkeit mit der DB, sie kam zu spät und das gleich 2 Stunden. Ein guter Start für eine lange ungemütliche Reise in Richtung Bangkok. Da wir unsere letzten Piepen in der Tasche nicht sinnlos rausschmeißen wollten entschieden wir uns für die 2 Klasse, aufgepasst nicht im Schlafwagen sondern im Sitzwagon mit Ventilator. Wir waren die einzigen Weißen in unserem Abteil. Als der Zug Surat Thani verließ war schnell klar das wird eine ganz ungemütliche Nacht. Der Zug fuhr bei komplett offenen Fenstern und natürlich mit voller Beleuchtung. Schlafentzug hoch zehn. Egal wie man wollte man fand einfach nicht zur Ruhe. Die Lautstärke des Zuges, der über die Gleise ratterte war unbeschreiblich und das Licht noch dazu, gab uns den Rest. Unsere Nerven lagen blank und das bereits kurz nach Anfang der langen Fahrt. :D Die Nacht wurde zum Tag und unsere erholsamen 2 Wochen auf Koh Phan gan waren gefühlt schon ewig her. Das Ende vom Lied wir sind nach 27 Stunden die wir mit der Fähre, Bus und Zug unterwegs waren endlich in Bangkok angekommen. Wie fühlt man sich nach so einer Fahrt? Probiert es aus und Ihr werdet sehen es gibt wesentlich angenehmere Dinge, es wäre wahrscheinlich anders verlaufen, wenn man sich für den Schlafwagen mit AC (Klimanalage) entschieden hätte. Die Strapazen der langen Zugreise sollten aber schnell in Vergessenheit geraten. Ihr fragt euch wie kann man ein solches Erlebnis ausblenden? Am besten geht das natürlich wenn man sein aller letztes Geld zusammen kratzt und es in einer der Mega Shopping Malls von Bangkok auf den Kopf haut. Nachdem wir bei uns selber für positive Stimmung nach der Fahrt gesorgt hatten, fielen wir hundemüde ins Bett. Unser Flieger ging am Donnerstag dem 13. Oktober nach Amsterdam. Die letzte Nacht verbrachten wir in der Nähe vom Airport in einem Hotel. Wir schlenderten ein allerletztes mal über ein Night-Food Market und genossen einfach unsere Zweisamkeit, da wir es einfach nicht glauben konnten am nächsten morgen in den Flieger zu steigen. Dieses mal war das nächste Ziel kein weiteres Land, welches es zu entdecken gab, NEIN es sollte ab nach Hause gehen. Aber wo war unser zu Hause? Zu Hause war das ganze Jahr über dort wo wir zusammen waren. Für mich ist Rabea mein zu Hause, meine Freundin und mein bester Travel Buddy! Auf dem Weg zum Airport schossen mir die Tränen wie aus heiterem Himmel in die Augen, ich konnte es einfach nicht stoppen. Für mich realisierte ich ganz kurz das war´s. Ein Jahr in voller Freiheit, ein noch nie da gewesenes Gefühl, welches wir noch nie zuvor hatten, dieses Jahr neigte sich zu Ende.

 

Ich sitze mittlerweile nicht mehr im Zug, sondern bei meinen Eltern und glaube immer noch nicht, dass ich den letzten Eintrag unserer Reise schreibe. Um das Ende weiter hinaus zu zögern müsste ich ewig weiter schreiben, dass geht aber auch nicht, also springe ich mal über zu der Ankunft in Amsterdam. Für uns war bereits während der Reise klar, wenn wir zurückfliegen, kommt der direkte Weg nicht in Frage. Wir wollten noch eine allerletzte schöne Stadt auf unserer Reiseroute haben. Wir entschieden uns für Amsterdam, getoppt wurde dies dadurch, dass sich mein allerliebster Cousin Marcel von Dortmund auf den Weg machte, sowie auch Erich und Mahir aus Hannover, um uns vom Airport abzuholen. Ein wunderbarer herzlicher Empfang und genau die richtigen Personen die ich sehen wollte. Danke an Marcel, dass rechnen wir dir beide hoch an!!! Natürlich waren wir nach dem 17 Stunden Flug über Oslo nach Amsterdam total gerädert und viel war an dem Abend nicht mehr los. Am kommenden morgen ging es gut gestärkt durch Amsterdam und wir beide ertappten uns dabei, wie wir die Stadt sprichwörtlich in uns hinein saugten. Wir hatten beide sofort das Gefühl, welches uns oft auf unserer Reise begleitet hatte, wenn wir gewisse Städte oder besondere Orte für uns neu entdeckten. Auch dieses Mal und dass zu unserer Freude am Ende unserer Reise. Wir sind uns beide einig, dass es die beste Entscheidung war, da Amsterdam einfach nur zauberhaft ist. Wie ich meine lieben Marcel nur all zu gut kenne, hat er keinen Kosten und Mühen gescheut. Nach der Nacht im Hotel ging es am folge Abend weiter nach Dortmund, da wir seinen Sohn Ben ja auch noch nicht gesehen hatten. Ein viel zu kurzer Besuch in Dortmund bei Ben, Susi und Marcel.

Nun war es soweit, nach dem Flug, dem Zug nach Dortmund kam unsere aller aller letzte Reise und das mit dem Bus nach Oldenburg, natürlich war der verspätetet. Aber mal ehrlich was ist Zeit? Wir hatten genug und reichlich davon also easy going. Das Wetter bescherte uns keine freudigen Erwartungen. Im Regen und Nebel erreichten wir Oldenburg. Wir waren so weit weg von bunten Häusern, freundlich lächelnden Menschen und einfach dem chaotischen Treiben auf der Straße. 20 Grad unterschied waren definitiv zu viel des Guten. Naja was soll ich schreiben, gefühlt und gedacht hatte man in diesem Moment ja eh nicht, leider blieb dieser Gefühlszustand bestehen und das selbst auch bei der Ankunft an Rabeas Elternhaus. Es fällt mir schwer darüber zu berichten, wie wir uns Gefühlt haben. Ich denke es war eine tiefe Leere die in uns war. Wir freuten uns innerlich ja, konnten es aber überhaupt nicht nach außen zeigen. Schöner wäre es gewesen, wenn das Wiedersehen irgendwo, auf einer dieser Inseln statt gefunden hätte, die wir besucht hatten. Absolute Traumvorstellung, die Realität sah leider anders aus. So standen wir inmitten der neuen Küche umzingelt von 18 Menschen die umarmt werden wollten. Es war die pure Reizüberflutung, was uns wahrscheinlich alle Anwesenden anmerkten. Der Samstag Abend zog einfach an uns vorbei und wir merkten so rein gar nichts. Etwas teilnahmslos und überfordert mussten wir uns da durch boxen. Es gab auf der gesamten Reise keinen Moment wie diesen. Aber zum Glück hatte ich Rabea und Sie mich. Zusammen stehen wir diese erste schwierige Phase durch. Am kommenden Morgen sah die Welt in Oldenburg schon bisschen anders aus. Unsere beider Eltern nehmen viel Rücksicht auf uns, da wir ja noch einen komplett anderen Tagesablauf im Körper und vor allem im Kopf haben. Es bedarf Zeit sich wieder langsam dem „normalen“ Leben anzupassen, den Einstieg zu finden und noch wichtiger die Reise an sich mit den vielen wunderschönen erlebten Momenten aufzuarbeiten. Wir sind prinzipiell positiv gestimmt und motiviert schnell wieder Fuß zu fassen. Denn unsere Bucketlist hat sich das Jahr über extrem verlängert und darauf wird hingearbeitet. Wie wir selber bemerkt haben, es ist nichts unmöglich, man muss Ziele haben, die man verwirklichen kann. Die Welt ist so ein wunderbar schöner Ort. Friedlich und freundlich zu gleich. Es gibt für uns noch sehr viel zu entdecken!

 

Ein ganz großen Danke an unsere Familien, die uns unterstützt haben wo es nur ging, die an uns geglaubt und mitgefiebert haben auf all den 85000 km die wir schätzungsweise zurück gelegt haben. Wir lieben Euch sehr !